Mittwoch, 6. Oktober 2010

Im Outback — Teil 1

Jeder kennt das Windrad auf dem Stahlgerüst und verbindet es mit dem australischen Outback.


Wozu das Windrad dient, ist bereits nicht mehr allen klar, und wo oder was genau das Outback ist, können nicht mehr viele schlüssig beantworten. Ich auch nicht, aber ich werde es versuchen, ein paar wichtige Aspekte zu beleuchten. Kürzlich haben wir drei Wochen lang ein bisschen im Outback rumgeschnuppert, und das Ergebnis war nicht, was wir erwartet hatten. Doch mehr dazu später.

Das Outback ist mehr als nur eine geografische Region; es ist auch ein Mythos; es fasziniert; es geht zusammen mit einem Lebensstil; es ist ein Tummelfeld für die letzten "Abenteurer" wie wir ;-)

Outback hat vor allem mit remoteness (Abgelegensein) zu tun, ist also dort, wo die Zivilisation weit entfernt, und man auf sich selbst gestellt ist, ganz speziell wenn ein Unfall passiert. Stellen wir doch zuerst die Proportionen klar: auf der Weltkarte sieht Australien nicht besonders gross aus, und wer es noch nie erlebt hat, ist plötzlich erstaunt, dass es von Melbourne nach Sydney fast 1000 km sind, nach Perth im Westen 3400 km und nach Darwin im Norden über 4000 km — fast gleich weit also, wie von Rom ans Nordkapp. Mit 7.6 mio km2 ist Australien fast 200-mal so gross wie die Schweiz. Zieht man von den 22.5 mio Einwohnern diejenigen in Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide (alle über eine Million) ab, bleiben noch 9 mio. Insgesamt leben 90% in mehr oder weniger urbanen Zentren entlang der Küste, d.h. die restlichen 2.2 mio teilen sich die verbleibenden 99% der Landfläche.


Wo genau das Outback beginnt und aufhört, kann niemand mit Bestimmtheit sagen. Früher gab es das back country, welches alles ausserhalb der Front der Siedler umfasste, die vom Meer her ins Landesinnere vordrangen. Aber nicht alles, was ausserhalb der Urbanität liegt, wird Outback genannt. Es gibt auch noch den bush. Dieser beginnt schon bald hinter der Grossstadt und kann nach Schweizer Standard auch schon ziemlich abgelegen sein, z.B. 80 km zur nächsten Ortschaft. Bush heisst nicht zwingend Wald; oft ist es eine von Büschen durchsetzte Steppe, kann aber auch ein Eukalyptuswald mit 60 m hohen Bäumen sein. Im täglichen Sprachgebrauch ist bush oft auch einfach alles, was nicht dicht bewohnt ist. Wenn man also von der australischen Landfläche die dichter besiedelte Küste, die  Landwirtschaftsflächen und den bush abzieht, dann kommt man etwa auf die braun-rote Region OUTBACK im folgenden Bild:

 Rot punktiert unsere Reiseroute, 5600 km

In  den nächsten Beiträgen, werde ich näher zu beleuchten versuchen, was das Outback ist und wie es funktioniert, mindestens im zentralen und östlichen Teil.

Fortsetzung: Teil 2

Kommentare:

  1. sehr interessant, v.a. auch die berbeiteten karten. bin gespannt auf die fortsetzung.

    liebe grüsse an die urbanen abenteurer;-)

    beat

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  2. vielen dank hat mir für mein englisch referat geholfen. :)

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  3. Kannst du die Karte in der das Outback eingezeichnet ist bitte noch mal ohne die roten Punkte hochladen?

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    1. Danke für Dein Interesse — leider habe ich damals das aus mehreren Layers bestehende Original in Photoshop nicht abgespeichert. Es bestand aus der Karte aus Google Maps, einem Overlay (Outaback braun) und einem Overlay (Route als rote Punkte). Du musst also selbst Hand (resp. Photoshop o.ä.) anlegen :-(

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  4. Danke diese Karte Hilft mir richtig gut bei meinem Referat.

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